Das Projektteam wird von einer festen Forschungsgruppe aus Expertinnen und Experten aus Erfahrung begleitet. Die Gruppe trifft sich regelmäßig und diskutiert die Forschungsfragen, Auswertungsschritte und das Vorgehen im Projekt.

Mitglieder der Forschungsgruppe

 

Ava Anna Johannson ist Diplom-Pädagogin und EX-IN Peerberaterin. Sie ist betroffen von sexuellem Missbrauch in der Familie. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Sozialpolitik und setzt sich für die Interessen von Menschen mit psychischen Erkrankungen und von Betroffenen von sexuellem Missbrauch ein.

„Jedes Jahr erleben unzählige Kinder sexuelle Gewalt in ihren Familien. Dies ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Einzelschicksalen, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Versagen. Gerechtigkeit kann es für die Opfer nicht mehr geben, da sie den Rest ihres Lebens mit den Folgen leben müssen. Mindestens sollten sie aber erwarten können, dass die Politik und die Zivilgesellschaft ihrer Verantwortung nachkommen, Kinder wirksam zu schützen und Opfer bei der Bewältigung der Tatfolgen zu unterstützen. Es kann nicht sein, dass es immer noch viel zu wenige Hilfsangebote gibt und viele Betroffene mit den psychischen, sozialen und finanziellen Folgen allein gelassen werden. Das ist Ungerechtigkeit!“

Marianne Kastrati ist Betroffene der DDR-Heimerziehung. Sie ist Beauftragte für Betroffene in der Initiativgruppe „Geschlossener Jugendwerkhof Torgau“, Mitglied im Betroffenenrat und Gremiumsmitglied des „Ergänzenden Hilfesystem Fonds Sexueller Missbrauch“ sowie Mitglied der Betroffeneninitiative „Missbrauch in DDR-Heimen e.V.“.

„Ich wurde erwachsen um festzustellen, dass Gerechtigkeit genauso real ist wie Feen.“

 

Matthias Katsch ist Mitbegründer und Sprecher der Initiative Eckiger Tisch. Er hat 2010 an der Aufdeckung sexuellen Kindesmissbrauchs im Kontext der katholischen Kirche mitgewirkt und engagiert sich seither ehrenamtlich für die Interessen von Betroffenen. Er ist Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.

 

 

Tamara Luding ist Traumapädagogin, Referentin der Bundeskoordinierungsstelle spezialisierter Fachberatung zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend, Initiatorin und Vorstandsfrau des Vereins „Schutzhöhle e.V.“, Projektkoordinatorin der „Männer*beratung Oberfranken“, ehemaliger ständiger Gast der Aufarbeitungskommission und Mitglied im Nationalen Rat.

„Gerecht ist für mich wenn Menschen, denen Unrecht angetan wurde, eine echt Chance bekommen an diesem Leben teilzuhaben. Betroffene sollten gemäß den Folgen der Gewalt Unterstützung und Hilfe erfahren so viel und so lange wie sie eben brauchen. Dafür soll niemand kämpfen müssen. Wir müssen das bereitwillig anbieten.“

Harald Wiester widerfuhr 1981/82 sexualisierter Gewalt als Jugendlicher bei den Pfadfindern. Er engagiert sich im Trägerverein der Fachberatungsstelle FaX Kassel, ist Mitglied im Beirat für Aufarbeitung des VCP und war für ein halbes Jahr im EKD Betroffenenbeirat. Seit 2018 ist er in einer Selbsthilfegruppe bei Tauwetter Berlin.